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Rauchbach | Studienzeit im Rheinland (1996 - 1999)

Studienzeit im Rheinland

In Alfter (bei Bonn) erwachte ich aus den Berliner Illusionen einer großen Welt mit einer kleinen Persönlichkeit und tauchte vollbewusst in die Selbstverwirklichungsbestrebungen des modernen Künstlers ein. Über eine Begabtenprüfung fand ich Zutritt zu einer Hochschule und war erstaunt und erschüttert von den Fragen die dort gestellt wurden. Immer wieder wurde ich gefragt, ob ich dies oder das so gestalten wollte. Ich verstand diese Frage nicht wirklich. In welchem Teil meines Ich sollte denn das Gestaltungskriterium liegen für eine bestimmte Gestaltung? Ergab sich die Gestaltung nicht aus den Notwendigkeiten der Farbe? Gab es nicht kompositorische und ästhetische Dynamiken, die des oder jenes nach sich zogen? Ich ging von einem Motiv aus, das ich selbstverständlich SELBST gewählt hatte, das dann jedoch seine eigene Dynamik entfaltete der ich folgen wollte. Das Thema meiner Wahl war doch wohl das Gestaltungskriterium, dem ich folgte? So empfa

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Rauchbach | Die Jahre in Berlin (1995 - 1996)

Der schöpferische Prozess

Ich befasste mich in dieser Leere mit dem einzigen, was mir blieb. Mit dem Gestaltungsprozess an sich und wie er sich an der Kunst zeigte. Die Landwirtschaft fiel als Berufswunsch erst einmal aus und so stand ich vor den Trümmern, welche die gesellschaftlichen Illusionen in meinem Leben auftürmten. In dieser Zeit begegnete mir Joseph Beuys durch Biografien und künstlerische Werke und ich versuchte mich darin, vorhandene Stoffe in Installationen neu zu gestalten und diese im öffentlichen Leben zu platzieren. Ich erfand einen völlig neuen Gestaltungsraum und bemerkte erst im Nachhinein, wieviel Irritationen davon ausgingen, dass ich einen Kunstbegriff einfach umsetzte ohne ihn genau zu kennen. Ich testete eine Idee an ihrem Produkt und bemerkte, je unbekannter das Medium desto größer die Irritation und das Unvermögen der Menschen, das Produkt aufzunehmen. Und so beschloss ich, die Irritationen zu reduzieren, mich selbst besser in die Gesellscha

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Rauchbach | Kindheit und Jugend (1974 - 1994)

Kindheit als Naturerfahrungen

Meine Kindheit war geprägt von intensivem Naturerleben im Harz; meine Eltern waren als Beamte in Osterrode am Harz tätig, meine Mutter als Lehrerin und mein Vater als Raumplaner, und so waren wir täglich in rauschenden Flüssen am "Staumauer bauen", lange Wanderungen auf hohe Berge, Waldspiele und Feuer machen gehörten zu den Urerfahrungen, die mein Weltbild prägten.

Das christliche Herz

Meine Mutter kam aus einer streng katholischen Bergbaufamilie, die in Dortmund lebten und die Großfamilie mit mehr als einem Dutzend Onkels und Tanten als ihre Heimat pflegten. Ihre Talente im Klavier spielen wurden gefördert, doch sie war ein Mädchen, und Mädchen galten nicht in gleicher Weise wie Jungs, denn das Leben war hart in der Grube und nur Jungs konnten dem Stand halten. Um dem Grubenschicksal mit langen Tagen, schweren Krankheiten und einem frühen Tod zu entgehen, studierten sowohl mein Onkel als auch meine Mutter Lehramt und wu

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