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Der Baumeister und sein Bauwerk

Um die Originalität der Anthroposophie beurteilen zu können, ist es notwendig, über ihre Erscheinung in den Werken Rudolf Steiners hinauszugehen. Es ist notwendig die BILDEKRÄFTE zu beschreiben, die Rudolf Steiner in seinen Werken verwandte, und weiter

  1. Die Verwendung der BILDEKRÄFTE zu beschreiben, aus denen die Anthroposophie erschaffen wurde, und wie ihr begriffliches Gerüst als ARCHITEKTUR zum einen geschichtliche Wurzeln hat und zum anderen der Bildekräfte-Logik entsprach: Ferner   
  2. den ARCHITEKTEN Rudolf Steiner bei der Arbeit zu beobachten und wie er mit den BILDEKRÄFTEN an der ARCHITEKTUR der Anthroposophie arbeitete.
  3. Die Ausbildung der ARCHITEKTEN zu beobachten, die Rudolf Steiner in seinem Werk veranlagte und die er nach seinem Tode fortsetzte, und
  4. Die Übertragung der Gestaltungsautorität zu beobachten, mit der Rudolf Steiner einen ausgebildeten Architekten stufenweise in die Mitgestaltung an der ARCHITEKTUR  der Anthroposophie "einweihte" und heute immer wieder "einweiht."

Die im öffentlichen Raum stehende Frage: "Ist die Anthroposophie ein Plagiat alter Kulturen ohne den alten Kulturen etwas Originäres hinzuzufügen?" lässt sich nicht aus der reinen Beobachtung erkennen. Wer nur beobachten und nicht aktiv eingreift, kann das originär schöpferische, das der ARCHITEKT Rudolf Steiner in der ARCHITEKTUR  der Anthroposophie vollzog nicht erfassen.

Wer nun meint, er hätte im Werk Rudolf Steiner keine Ausbildung zum "ARCHITEKTEN FÜR ANTHROPOSOPHIE" gefunden, der hat damit nicht ganz unrecht. Denn hinter all den Übungen, die Rudolf Steiner zum "Einweihungsweg" veröffentlicht hat war verborgen das Handeln des Mysterienlehrers, der sein Handwerk niemals offen legte. Das Offenlegen des Mysterien-Lehrer-Handwerks ist erst seit wenigen Jahren überhaupt möglich. Wer in den ersten Jahren des Jahrtausends gewagt hätte aufzuschreiben, was in diesem Werk geschrieben wird, gegen den hätten sich alle nur erdenklichen Widerstände erhoben. Noch heute erheben sich vernichtende Kräfte gegen die Begriffe und ihre BILDEKRÄFTE, die in diesem Werk aufgeschrieben werden.

Den vollkommenen Weg der Ausbildung zum ARCHITEKTEN, wie Rudolf Steiner ihn beschrieb, hier wiederzugeben würde das hier vorliegende Werk sprengen. Es können nur Auszüge mit ihrem Verweis auf die BILDEKRÄFTE gegeben werden. Es werden die BILDEKRÄFTE beschrieben, gewissermaßen die Werkzeuge des ARCHITEKTEN Rudolf Steiner, die rein geistiger Natur sind und an denen der originäre Gestalter erkannt werden kann. Und es werden die "Bindeglieder" gezeigt, die im Werk Rudolf Steiners gegeben sind, an denen das Zusammenspiel der BILDEKRÄFTE mit dem Leben in den Werken Rudolf Steiners beobachtet werden kann.   

Das vorliegende (imaginäre) Werk beschreibt zunächst, wie Rudolf Steiner die BILDEKRÄFTE beobachtete (bis zu seinem 40 Lebensjahr), wie er dann (bis zu seinem Tode) mit den BILDEKRÄFTEN das HAUS DER ANTHROPOSOPHIE ERBAUTE, wie Rudolf Steiner (nach seinem Tod) in der Ausbildung der ARCHITEKTEN tätig war und wie sich nun seit wenigen Jahren die KONSTRUKTIVEN BILDEPROZESSE DER ANTHROPOSOPHIE zeigen können. Erst mit der Erfahrung der KONSTRUKTIVEN BILDEPROZESSE DER ANTHROPOSOPHIE ist es möglich zu beurteilen, ob ein Mysterienlehrer ein Plagiat vollzieht oder ob er ein mit seiner Individualität verbundenes schöpferisches GESTALTEN vollzieht.

Erst mit der Erfahrung der KONSTRUKTIVEN BILDEPROZESSE DER ANTHROPOSOPHIE ist es möglich zu beurteilen, ob Rudolf Steiner in der Anthroposophie ein Plagiat alter religiös-theosophischer Kulturen gegeben hat oder ob er darin mit den BILDEKRÄFTEN ursprünglich schöpferisch tätig war.

Zuletzt soll die Frage erlaubt sein, wie offen unsere Gesellschaft heute dafür ist, dass die von Rudolf Steiner ausgebildeten ARCHITEKTEN am Gebäude der ANTHROPOSOPHIE mit bauen. In welchem Maße es für zulässig erachtet wird, ggf. originäre schöpferische BILDEPROZESSE ins Leben rufen, die das Werk Rudolf Steiner erweitern. Dem Werk Rudolf Steiner treu zu sein würde bedeuten, all jenen ausgebildeten ARCHITEKTEN Rudolf Steiners den Raum zu geben, an der ARCHITEKTUR DER ANTHROPOSOPHIE originär mitzuwirken.

Wer sich dieser Entwicklung des BAUWERKS ANTHROPOSOPHIE verschließt wird zum Opfer der Plagiatsjäger werden, jener begrenzten Bewusstseinshaltung, die jede Erscheinung aus einer vorhergehenden Erscheinung entstehen sehen will.           

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